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Was bedeutet “Weihnachtsfrieden”?

Der "Weihnachtsfrieden" – alle Jahre wieder taucht dieser Begriff auf. Woher kommt er und was bedeutet das ?

Weihnachtswunder 1914

Nun, wo Frieden ist, müssen vorher Kampf und Feindschaft gewesen sein. Der Begriff „Weihnachtsfrieden“ hat seinen Ursprung im Ersten Weltkrieg. An der so genannten „Westfront“ kamen Weihnachten 1914 gehorsamswidrig deutsche und vornehmlich britische Soldaten aus den Schützengräben, stellten Kerzen auf, sangen Weihnachtslieder und feierten gemeinsam Weihnachten. Erst am britischen „Boxing Day“ (26.12. – der Tag, an dem Briten traditionell Geschenkpakete –„Christmas boxes“-. von ihren Arbeitsgebern erhalten)  führten sie die Kampfhandlungen weiter. Berichtet wird aus einem Frontabschnitt, dass um 8:30 Uhr drei Schuss in die Luft gefeuert wurden; danach hissten die Briten eine Flagge mit der Aufschrift „Merry Christmas“. Auf der anderen Seite der Front erschien ein deutscher Hauptmann, der ein Tuch in die Höhe hielt, auf dem „Thank you“ geschrieben stand. Beide salutierten und gingen in ihre Gräben zurück. Ein deutscher Soldat schoss zweimal in die Luft, danach war wieder Krieg.

Zahlungsfrieden

Heute bezieht sich der Begriff lediglich noch auch die „Alltagskämpfe“ zwischen Bürger und Finanzamt. In der Regel verzichten die Finanzämter rund um die Feiertage (also ca. eine Woche vor Weihnachten bis Neujahr) auf Maßnahmen, die Steuerzahler mental oder finanziell "belasten". Dazu gehören zum Beispiel Vollstreckungsmaßnahmen, Außenprüfungen oder das Verschicken von Bußgeldbescheiden. Positive Maßnahmen wie etwa Bescheide für Steuerrückerstattungen werden im Normalfall allerdings verschickt. Denn viele Steuerzahler haben steuerliche Rückerstattungen schon fest eingeplant (oder einplanen müssen), und das Finanzamt möchte Steuerrückerstattungen nicht verzögern.

Droht dem Fiskus allerdings eine Verjährung und ein damit verbundener Zahlungsausfall, gibt es keine Gnade und keinen Weihnachtsfrieden: Das Finanzamt wird entsprechende Post verschicken.

Tradition

Der Weihnachtsfrieden hat keine gesetzliche Grundlage, sondern lediglich Tradition. Achtung: Nicht alle Bundesländer beteiligen sich daran. Ob „Ihr“ Finanzamt den Weihnachtsfrieden wahrt, oder lediglich auf eine günstige Gelegenheit zum nächsten Angriff wartet, lässt sich der örtlichen Presse oder den entsprechenden Veröffentlichungen der Finanzämter ab Mitte Dezember entnehmen.

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Ihr Stefan Markel
Voranwalt.de

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4 thoughts on “Was bedeutet “Weihnachtsfrieden”?

  1. Der sog. "Weihnachtsfrieden" beschränkt sich nicht nur auf die Finanzämter. Die DRV Bund verschickt z.B. ab dem 15.12. (oder so) keine "belastenden" Bescheide – also Rentenablehner, Widerspruchsbescheide o.ä.

    Wer das weiß und bis Weihnachten auf seinen Antrag/Widerspruch hin keinen positiven Bescheid bekommen hat, kann also damit rechnen, Anfang des neuen Jahres einen ablehnenden Bescheid zu bekommen. Kann aber auch daran liegen, dass die einfach mal wieder nicht zu Potte kommen.

    1. Mir wurde ebenfalls zugetragen, dass auch kommunale Vollstreckungsbehörden den Weihnachtsfrieden" völlig unterschiedlich handhaben – je nachdem, wie "klamm" die Gemeinden, schlecht gelaunt oder profilierungsversessen die jeweiligen amtlichen Entscheidungsträger sind… ;-)

  2. Wären Kriege sinnlos, würden sie nicht stattfinden. In "dieser Welt" (Zinsgeld-Ökonomie, zivilisatorisches Mittelalter) erfüllen Kriege den Zweck einer umfassenden Sachkapitalzerstörung, um den Zinsfuß hochzuhalten. Aufgrund einer uralten Programmierung des kollektiv Unbewussten sind sich alle Beteiligten dessen nicht bewusst, und zwar umso weniger, je höher die "gesellschaftliche Position". In diesem Sinne wünsche ich noch Viel Spaß beim – hoffentlich letzten – Weihnachten:

    1. Sie sagen es! Die uralte Matrix der reinen, universellen Wahrheit wird sich nach Weihnachten triumphierend über jeden transzendenten religiösen oder weltanschaulichen Glauben erheben, allerdings auch über den Glauben an die Matrix und die reine, universelle Wahrheit. Sachkapital und (Zins-) Füße ablehnende Lebensformen wie Algen, Amöben und Viren wissen das seit unendlicher Zeit.

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