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Mißtrauen gegenüber Anwälten…?

Sie misstrauen Anwälten…? …und das nur, weil Ihnen beim letzten Mal Ihre Rechtschutzversicherung so (oder so ähnlich) mitgeteilt hatte: „Hallo? Wir haben Ihnen zwar in vollem Umfang Kostendeckung zugesagt. Aber Ihr Anwalt fordert zu viel oder hat unnötige Kosten verursacht. Wir sind nicht bereit, das zu zahlen. Ätsch.“

Diese (mittlerweile leider übliche) Botschaft versteckt sich hinter harmlos klingenden Formulierungen in Versicherungsschreiben wie:

„Als Ihr Vertragspartner gehört es zu unseren Pflichten, Sie von Gebührenansprüchen Ihres Anwalts freizustellen. Freistellung bedeutet Zahlung an den Anwalt bei berechtigten Gebührenforderungen. Deshalb unsere dringende Bitte: Informieren Sie uns sofort, wenn Ihnen die Anwaltskanzlei für die außergerichtliche Tätigkeit gegen (…) Kosten in Rechnung stellen sollte".

Warnung! Die A****karte ziehen in solchen Fällen Versicherungsnehmer und der Rechtsanwalt / die Rechtsanwältin. Der Versicherungsnehmer bleibt auf den Rechtsanwaltskosten sitzen. Denn damit die Anwälte nun Ihr Honorar erhalten, müssen sie gegen den Mandanten (als ihren Auftraggeber) klagen. Und zudem und die beauftragten Anwälte stehen in den Augen des Versicherunstehen sie so da, also hätten sie willkürlich unnötige Kosten verursacht und überhöhte Gebühren gefordert.

Eine der Grundwahrheiten ist: Viele Rechtschutzversicherer winden sich mit allen Mitteln, um ihre Ausgaben gering zu halten. Dies gelingt nur, wenn sie nicht auszahlen. Versicherer können echte Schurken sein.

Eines der beliebtesten Argumente der juristisch vor- oder halbgebildeten Sachbearbeiter bei den Rechtsschutzversicherern ist, zu behaupten, die „entstandenen und vom Rechtsanwalt berechneten Kosten seien zu hoch“ oder seien „zur Wahrung der rechtlichen Interessen nicht nötig gewesen.“

Letzteres gilt insbesondere, wenn sich Anwälte um eine außergerichtliche Lösung bemühen über die Einschaltung von Gütestellen, Schlichtern oder Mediatoren. Dies kann zugegenermaßen zusätzliche Kosten verursachen -. andererseits werden oft Gerichtsverfahren und Nervenbelastung dadurch vermieden.

"Nein, liebe Rechtschutzversicherungen", sagte der Bundesgerichtshof (BGH) in einem Urteil vom 21. Oktober 2015, „so geht es nicht!“ (vgl. BGH, 21.10.2015 – IV ZR 266/14). Nach diesem Urteil müssen Rechtschutzversicherer

  1. schon nach dem Versicherungsvertrag als solchem im Streitfall zahlen, damit der Versicherungsnehmer nicht mit Kosten belastet wird,
  2. alle entstehenden RA-Kosten tragen, wenn sie (die Versicherung) einmal umfassenden Deckungsschutz gewährt hat. Es sind dann auch solche Rechtsanwaltsgebühren zu tragen, die dazu dienen, den Gang vor ein Gericht gerade zu vermeiden.
  3. Rechtsschutzversicherer können zwar Zweifel an der anwaltlichen Abrechnung haben, sie können aber ihre Leistung nur verweigern, wenn sie dem VN gleichzeitig zusagen, die Kosten für das Honorar-Gerichtsverfahren gegen den Anwalt zu übernehmen.                                         

Denn in den allermeisten Fällen verliert der Mandant den Honorar-Rechtsstreit. Alles verursacht durch die Zahlungsmoral der Rechtsschutz-versicherer und der juristische Halbbildung der Sachbearbeiter.

Fazit: In den meisten Fällen ist es eher berechtigt, Ihrer Rechtsschutz-versicherung zu misstrauen als Ihrem Rechtsanwalt. Und: Es ist mindestens genauso wichtig, die richtige Rechtsschutzversicherung zu finden, wie den richtigen Anwalt / die richtige Anwältin.

Hinweis:  Wie Sie die richtige Rechtschutzversicherung finden können Sie im kostenfrei downloadbaren VORanwalt.de – Merkblatt lesen.

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Übrigens: Danke schön für "liken" und Teilen!
Ihr Stefan Markel
Voranwalt.de

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