Allgemein, Mandant und Anwalt, Strategieberatung

Was Anwälte Mandanten nicht verraten…

..so ähnlich die Überschrift eines kürzlich veröffentlichten blogbeitrages eines Rechtsanwaltes zum Thema "Wie schützen sich Mandanten beim Anwalt vor bösen Überraschungen". Dingend vrgeschlagen werden für Anwaltskunden ungefähr folgende Verhaltensweisen, hier verkürzt und interpretiert dargestellt:

1. Bleiben Sie bei der Wahrheit!

Sie alleine sind der Regisseur Ihres Bühnenstücks, nicht der Anwalt! Tun Sie Alles, damit der Anwalt Ihr Anliegen auf Anhieb für authentisch hält. Zeigen Sie, dass Sie nicht beim Pfarrer oder Therapeuten besser aufgehoben wären. Sammeln, Sortieren und präsentieren sie schon für das Erstgespräch Beweismaterial. Achtung: Es gibt keine zweite Chance für einen ersten Eindruck!

2. Akzeptieren Sie, keine Ahnung zu haben!

Lassen Sie die Finger von Vorab-Recherchen im Internet! Nur ein Anwalt kann sich schnell Überblick über die Rechtslage verschaffen. Sie sind ihm nach einer Beauftragung sowieso ausgeliefert. Belästigen sie ihn/ sie also nicht mit im Netz gefundenen Einzelentscheidungen und Ihrer Laienmeinung – es sei denn, sie bezahlen ordentlich dafür.

3. Zahlen Sie Honorar zuverlässig, pünktlich und vollständig!

Anwälte sind keine Samariter, Anwalts Liebling ist das Honorar! Nur gut und pünktlich bezahlte Anwälte arbeiten gerne, motiviert und effektiv. Schlecht gemachte Anwaltsarbeit kann sehr weh tun – da unterscheidet sich ein Anwalt nicht viel von einem Zahnarzt.

4. Ordentliche Kleidung, bitte!

Dies nicht nur in der Anwaltskanzlei, sondern auch vor dem Richtertisch. Manchmal ist ordentliche Kleidung das „Zünglein an der Waage“. Der psychologische Effekt, der Respekt vor dem Recht, Wertschätzung des Richters…

5. Stellen Sie Ihre nervende Ungeduld ab!

Jeder Mandant will Ergebnisse am besten jetzt gleich oder schneller. Das ist unmöglich! Akzeptieren Sie einfach, dass die Mühlen der Justiz langsam mahlen. Es bleibt Ihnen eh` nichts anderes übrig. Anwälte wissen das, gestehen es aber ungern ein.

6. Hören Sie endlich auf zu glauben, dass Sie im Recht seien!

Im Kopfkino ist jeder immer (!) im Recht! Vergessen Sie es: Recht ist relativ. Besser ist, wenn ihr Anwalt die Zivilprozessordnung (ZPO) beherrscht. Nach deren Vorschriften und Ritualen entscheiden Richter einen Rechtsstreit eher als nach (anderen) Gesetzen. Ein seriöser Anwalt wird Ihnen daher niemals sagen, Ihr Sieg sei „eine sichere Sache“.

7. Legen Sie schriftliche Dokumente als Beweis vor!

Das ist – bei rechtlichen Dingen, die Ihnen wichtig sind – zumindest einigermaßen „sicher“. Dokumente, Verträge, Unterlagen sind ganz gute Beweise. Alles andere ist Humbug. Manche Anwälte hören aber auch ohne vorgelegte Dokumente gerne zu, und streiten lange. Gegen Honorar selbstverständlich.

8. Fassen Sie sich kurz!

Anwälte sind keine Seelentröster, die Uhr läuft. Nicht das „Drumherum“ Ihres Falles interessiert  sondern ausschließlich juristische  Tatsachen – Fakten, Fakten, Fakten. Wenn Sie es schaffen, Ihr Anliegen einem Anwalt in weniger als einer Minute zu erklären, hinterlässt das einen guten Eindruck. Alles andere ist eher langweilig und kann teuer werden.

9. Konzentrieren Sie sich beim Gespräch!

Kommen Sie allein zum Anwaltstermin, Anwälte bevorzugen Vier-Augen-Gespräche ohne Zeugen. Außerdem lenken andere Personen (Familienmitglieder, Kleinkinder) vom Thema ab – was den Anwalt wertvolle Zeit kosten kann.

10. Finden Sie sich damit ab, kein Einzelfall zu sein!

Ihr Fall ist nicht einzigartig, auch wenn Sie noch so fest davon überzeugt sind! Ihr Fall ist allenfalls eine Nummer unter Vielen. Ihr Anwalt / ihre Anwältin weiß das schon nach einigen Sätzen! Liefern Sie sich also vertrauensvoll aus: Emotionen sind jetzt völlig fehl am Platz. Außerdem gilt Punkt 2.

11. Freunden Sie sich mit anwaltlichen Standardschreiben an!

Standardschreiben beweisen doch gerade, wie viel Erfahrung Ihr Anwalt bereits hat. Wenn er in Standardsituationen Zeit raubend auf seine Mandanten und den jeweiligen Fall  individuell eingehen würde, könnte er sich keine teure Anwaltssoftware leisten, die Standardschreiben produziert und laufend aktualisiert.

 

Fazit

Wenn sie schon zum Anwalt MÜSSEN, erwarten Sie bitte kein Einkaufserlebnis. Anwälte und Richter arbeiten nicht auf einem Ponyhof. Machen Sie sich klar: Die Sache zählt, nicht der Mensch!

Ordnen Sie sich also Ihrer Sache unter –  oder suchen Sie eine andere (außergerichtliche) Problemlösungsmöglichkeit bzw. einen anderen Anwalt. Denn es gibt durchaus Kanzleien, deren Motto ungefähr lautet: „Hier sind Sie auch Mensch, nicht nur Akte“.

Entscheiden Sie selbst!

Noch Fragen?

 
Übrigens: Danke schön fürs "liken" und Teilen!
Ihr Stefan Markel
Voranwalt.de

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