Mandant und Anwalt

Beratungs- und Prozesskostenhilfe – Mandant 3. Klasse?

Kurz und knapp: Sie haben sich mit Ihrem Fall mit einer Rechtsanwaltskanzlei in Verbindung gesetzt und sollten Ihr Problem schildern? Dies haben Sie getan. Und danach haben Sie noch mitgeteilt, dass Sie Beratungshilfe oder Prozesskostenhilfe benötigen. Jetzt verstummten das Gespräch. Und dann wurde Sie abgelehnt. Nun sin Sie auf der Suche nach einem anderen Anwalt. .

Keine Sorge – das ist völlig normal. Als staatlicher Hilfeempfänger sind Sie (bei vielen Kanzleien) nunmal Mandant 3. Klasse, Holzklasse.. Erste Klasse sind die Privatzahler, 2. Klasse die Rechtschutzversicherten.

Was nun?

Nach § 16a der Berufsordnung für Rechtsanwälte  dürfen PKH-Mandate tatsächlich abgelehnt werden. Aber NUR im Einzelfall und nur, wenn ZUSÄTZLICH insbesondere

* gesundheitliche Gründe oder Kanzleiüberlastung den Anwalt an Beratung / Übernahme hindern,

* der Mandat die erforderliche Mitarbeit an seinem Fall verweigert,

* das Vertrauensverhältnis zwischen Anwalt und Mandant nachhaltig gestört ist,

* der Mandant keine Beratungshilfe bekommt, weil er zu hohe Geld- oder Vermögenswerte hat.

Selbstverständlich sind gerade Sie dieser "bedauerliche Einzelfall." Vermutlich haben Sie auch eine fadenscheinige Begründung für die Ablehnung erhalten, etwa "der Gesundheitszustand des Unterzeichners und die Kanzleiüberlastung lasse die Übernahme des umfangreichen Mandats nicht zu." Im Klartext bedeutet dies: Der Anwalt verdient an ihrem Fall nicht genug. Nicht mehr und nicht weniger.

Teilen Sie VORanwalt.de den Namen des Rechtsanwalts/ der Rechtsanwältin, die Kanzleianschrift und die klauselartige Begründung der Kanzlei für die Ablehnung mit.

Vielleicht ändern einige Rechtsanwälte Ihr Verhalten, wenn sie öffentlich beim Namen genannt werden…

Übrigens – selbstverständlich gibt es einen Ausweg für Schlaumeier: Falls Sie staatliche Hilfe für Beratung oder Prozess benötigen, besorgen Sie sich zunächst selbst einen Beratungshilfeschein bei der Beratungshilfestelle Ihres Amtsgerichtes, und erwähnen die staatliche Unterstützung beim Anwalt bitte erst, nachdem die Vollmacht unterschrieben ist und er/ sie  das Mandat angenommen hat….

Noch Fragen?

 
Übrigens: Danke schön fürs "liken" und Teilen!
Ihr Stefan Markel

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